z.B. Gmunden

Gmunden strahlt durch seine malerische Lage am Traunsee am Ausfluss der Traun und durch seinen Baustil ein beinahe südliches Flair aus, und prachtvoll blühende Glyzinien in so manchem Gastgarten verstärken diesen Eindruck.

Heute ist Gmunden berühmt für seinen internationalen Töpfermarkt, die Gmundner Keramik und vor allem aufgrund der Fernsehserie Schlosshotel Orth, dessen Schauplatz, Schloss Ort, sich auf einer vorgelagerten Felseninsel befindet. Rund tausend Jahre dürfte sich diese Burganlage bereits auf dieser Felseninsel befinden.

Gmunden jedoch war bis ins 19. Jahrhundert, bevor es sich ebenso wie Bad Ischl zu einem viel besuchten Kurort entwickelte, Salzhandelsstadt, Sitz des Salzamtmannes und Tor zum Salzkammergut.

Der mächtige Traunstein am anderen Seeufer, Wächter des Salzkammerguts genannt, da bereits im Alpenvorland aus großer Entfernung zu sehen, blickte über Jahrhunderte hinab auf die Salzschiffe. Diese Salzschiffe transportierten das Salz von Hallstatt, Ischl und ab 1607 auch von Ebensee nach Gmunden und von dort traunabwärts weiter bis an seine Bestimmungsorte.

Ehemals befestigt, mit Stadtmauer, Wehrtürmen und Stadtgraben, war Gmunden mit dem Aufstieg des Salzwesens geprägt von Salzfertigern, Küfelmeistern, Fuderträgern, Schiffsleuten und anderen weltweit zumeist einzigartigen Berufsgruppen. Die Salzfertiger waren jene Bürger, welche als Privatunternehmer inmitten eines mehr oder weniger staatlichen ‚Konzerns' mit Sitz in Gmunden, zuständig für die Verpackung und den Transport des Salzes waren. Von ihnen beauftragt, luden die Fuderträger die Salzfuder (das getrocknete in Form von abgeschnittenen Kegeln gepresste Salz) von den Salzschiffen ab, die Küfelmacher verpackten es unter der Mithilfe von anderen Berufsgruppen in den sogenannten Küfeln (vergleichbar mit Holzkübeln) und die ‚Schiffsleut' transportierten es ab.

Der Salzamtmann mit Sitz im Kammerhof an der Traunbrücke war der oberste Beamte, quasi der Konzernchef des Kammerguts, welcher alle Belange wirtschaftlicher (Salzwesen, Holzwesen), administrativer ja selbst privater (er stellte die obligaten Heiratsbewilligungen aus) Art zu regeln hatte.

Blickt man von Gmunden südwärts, so erheben sich schroffe Berge und die schwere Erreichbarkeit des Kammerguts wird augenscheinlich. Nordwärts erstreckt sich bereits das Alpenvorland und in dieser Richtung verlässt man auch das Salzkammergut.




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Fotos © Barbara Kern; office@barbarakern.at, Homepage: www.barbarakern.at