Bad Ischl

Ischl, vor 200 Jahren noch geprägt von Hühnern, Kühen, Holz und Salz, verdankt sein heutiges Stadtbild einer Reihe glücklicher Zufälle, welche die Ankunft der Habsburger zum Zwecke der Sommerfrische nach sich zog. Dies ersparte nicht nur Ischl, sondern dem gesamten Salzkammergut jenes Schicksal, welches die meisten europäischen Bergbauregionen im Zuge rasanter technischer und wirtschaftlicher Neuerungen und mangels Alternativen ereilte: wirtschaftlicher Niedergang und Abwanderung.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts erkannten innovative Ärzte die heilende Wirkung des Salzwassers, der Sole, und begannen die Entwicklung Ischls zu einem Kurort voranzutreiben. Erzherzogin Sophie und Erzherzog Franz Karl suchten den aufstrebenden Kurort auf, da der ersehnte Thronfolger ausblieb und im Zuge alljährlicher Kuraufenthalte erblickten bald die so genannten "Salzprinzen" das Licht der Welt, von denen der älteste Franz Joseph war.
Franz Joseph I., ab 1848 Kaiser von Österreich, erwählte Ischl zu seiner Sommerresidenz, nicht zuletzt aufgrund der landschaftlichen Schönheit der Region. Ischl wurde so zum ‚Sommerhauptquartier' der Habsburger, in deren Sog Minister, Hofstaat, Fürstenhäuser, Großbürgertum und Künstler der österreichisch-ungarischen Monarchie, ja sogar ganz Europas, nach Ischl strömten, um der sommerlichen Unerträglichkeit der Städte zu entrinnen. Man kleidete sich in Tracht (siehe Kaiser Franz Joseph in der Lederhose), ließ sich von Sesselträgern auf die Berge tragen (außer Kaiserin Elisabeth/Sissi, sie zog es meist vor, ungeziemend aber sportlich zu Fuß zu gehen), klagte über zu viel Regen (außer Johann Strauss, er bevorzugte Regenwetter zum Komponieren) und baute sich seine eigene Villa.
Persönlichkeiten wie Johann Strauss, Johannes Brahms, Gustav Mahler, Franz Lehár, Johann Nestroy, Edward VII. König von England, der König von Siam, der amerikanische Präsident Ulysses Grant oder auch A. Nobel - um nur wenige zu nennen - führen eine endlos scheinende Liste der Sommergäste Ischls und der mit ihnen verbundenen Anekdoten an.

Heute ist man in Ischl an allen Ecken und Enden mit dem architektonischen und kulinarischen Erbe dieser Blütezeit Ischls konfrontiert, Kaiservilla, Leharvilla, Lehartheater, Wiener Kaffeehäuser, die Konditorei Zauner (welche mit ihrem verlockenden süßen Angebot die hohe Esskultur des 19. Jh. widerspiegelt) und unzählige Villen bilden einen Teil des Ischler Charmes.

Zaunerstollen, Ischler Lebkuchen, Salzprodukte, Holzwaren, ein alter Stich im Antiquariat oder Tracht und Heimatwerk-Produkte sind heute mehr denn je beliebte Besonderheiten von Ischl.



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Fotos © Barbara Kern; office@barbarakern.at, Homepage: www.barbarakern.at